Universal-Deckung für Hochhausdach

- Dachdeckermeister Hubertus Becker zeigt dem Auszubildenden Roman Büssing wie die einzelnen Gebinde liegen müssen.

- Verlegung des Anfangsgebindes mit Stichort am Grat.

- Deckarbeiten am 36 Meter hohen Walmdach des Dominiums am Kölner Dom (vorne Geselle Andre Gross, dahinter Geselle Sebastian Schulze).

- Die zwei höchsten Dächer des Dominiums sind abgeschnittene Schiefer-Walmdächer.

- Die zwei höchsten Dächer des Dominiums sind abgeschnittene Schiefer-Walmdächer.

- Das Dominum in Köln: Zum Süden hin wurde eine vorhandene historische Fassade in den Neubau integriert.

- Schnitt durch die Dachkonstruktion.

- Fotos: Rathscheck Schiefer

- Die Dachkonstruktion im Bau. Foto Prange Bedachtungen
Dächer oberhalb der Hochhausgrenze unterliegen strengen Brandschutzauflagen. Die höchsten Dachtragwerke des Dominiums in Köln bestehen aus Beton und sind mit Schiefer gedeckt.
Nur 300 Meter Luftlinie vom Kölner Dom entfernt, zählt das Dominium zu den besten Adressen der Stadt. Der voluminöse Neubaukomplex im Bankenviertel präsentiert sich mit fünf eigenständigen Gebäudeteilen, unterschiedlichen Fassadengestaltungen und Dachhöhen sympathisch kleinteilig. Dennoch entwickelte das Architekturbüro Prof. Kollhoff aus Berlin auf 4.100 m² Grundstück rund 25.000 m² Nutzfläche und unter anderem 240 Pkw-Stellplätze. Zum Süden hin wurde eine bestehende historische Fassadenfläche erhalten und in die Südfassade des Neubaus spannungsvoll wie ästhetisch integriert. In der langen Ostfassade laden mehrere öffentlich zugängliche Speiselokale mit zweigeschossigen Eingangsbereichen zum Verweilen ein. Sie gliedern das Bauwerk in kleinere Einheiten. Gleiches gilt für die Dächer. Drei Mansard- und zwei Walmdächer sowie viele Gauben erzeugen eine abwechslungsreiche Dachlandschaft. Die niedrigeren Dächer sind mit verzinntem Edelstahl gedeckt. Die zwei hohen Walmdächer erhielten eine Schieferdeckung.
Beton-Dachtragwerke:
Die Dächer des Dominium liegen allesamt oberhalb der 22-Meter-Hochhausgrenze. Sie unterliegen damit strengen Brandschutzvorschriften, die u.a. für Bauten dieser Höhe ein nicht brennbares Dachtragwerk fordern. Wie alle anderen Dächer bestehen die zwei bis zu 36 Meter hohen Walmdächer deshalb aus massivem Beton, die der Feuerwiderstandsklasse F 90-A nach DIN 4102 entsprechen.
Die 60° geneigten Betondachstühle erhielten im ersten Arbeitsschritt einen bituminösen Voranstrich. Darauf wurde eine alubewährte Dampfsperre mit einem sd-Wert von 1500 m geklebt. Im nächsten Schritt folgten Aluminiumhalter und eine von Traufe zu First verlaufende Aluminium-Unterkonstruktion. 200 mm Mineralwolle, zwischen diesen Halterungen montiert, sorgen für einen soliden Wärmeschutz. Auf die senkrecht verlaufende Alu-Unterkonstruktion wurde eine 25 mm dicke Vollschalung mit Hilfe von selbstschneidenden 4,8 x 48 mm großen Edelstahlschrauben geschraubt. Damit diese Holzschalung den hohen Brandschutzanforderungen gerecht werden konnte, mussten die Bretter in einem speziellen Kesseldruckverfahren imprägniert werden. Die Schalung erreicht die Baustoffklasse B1 und gilt damit als schwerentflammbar nach DIN 4102. Zum Schutz der Dachkonstruktion wurde auf die Schalung eine diffusionsoffene Schalungsbahn mit einem sd-Wert von 0,02 m verlegt. Mit den integrierten Klebezonen an beiden Rändern konnten diese Bahnen komplett verklebt werden. Dies sicherte im ersten Schritt das Dach in der Bauphase, sorgt für eine hervorragende Winddichtigkeit und unterbindet im Fall eines Brandes die Zuführung von Luft in die Konstruktion (Kamineffekt).
Universal-Deckung:
Die eingesetzte Universal-Deckung von Rathscheck Schiefer basiert auf Schiefern der Größe 30 x 30 cm und ist, je nach Überdeckung der Schiefer, für Dächer ab einer Dachneigung von 25° geeignet. Die Deckung beginnt oberhalb der großen, breiten Kastenrinne mit einem Reparaturgebinde. In diesem Gebinde ist Platz für den geforderten Einbau eines Schneefanggitters. Darüber beginnt die Universal-Deckung mit Fußgebinden. Schneefanggitter und Dachhaken sind passend zur Deckung schwarz lackiert. Wie bei dieser Deckung üblich sind die Anfangsgebinde an den Graten mit Stichort und Zwischenstein gedeckt. Die Gebinde enden am Grat mit einem Doppelendort. Die oben abgeschnittenen Walmdächer besitzen einen Technikinnenhof mit einer 1,2 Meter hohen Brüstung und einem innen liegenden Flachdach. Die Schieferdeckung reicht bis unter diese Brüstung, ist dort ausgespitzt und endet mit einem Firstgebinde. Die Schieferdeckungen auf den zwei hohen Dominium-Dächern verleihen dem großen Bauwerk Eleganz und Solidität. Die Materialwahl Schiefer entspricht dem Wunsch der Architekten, analog zu den Steinqualitäten der Fassaden, vorzugsweise ortstypische Materialien zu verwenden. Darüber hinaus gelten Schieferdächer als überaus sturmsicher und nachhaltig. Auf diese Weise bewährt sich das traditionsreiche Naturgestein auch im anspruchsvollen Objektbau.
Fazit:
Das Kölner Verwaltungsgebäude Dominium erhielt auf seinen höchsten Dächern Schieferdeckungen. Die strengen Brandschutzanforderungen wurden mit Betondachstühlen, Aluminiumunterkonstruktionen und Holzschalungen in B1-Qualität gelöst.
BAUTAFEL:
Verwaltungsgebäude Dominium in Köln / Bezug: 2009
Bauherr: Hochtief Projektentwicklung GmbH, Essen,
www.hochtief-projektentwicklung.de
Architekten:
- Prof. Hans Kollhoff Architekten, Berlin, www.kollhoff.de
- Projektleiter: Dipl. Ing. Jens Winterhoff
Brandschutz: Ingenieurbüro P. Corall, Meerbusch,
www.corall-ingenieure.de
Schieferdächer: Prange GmbH, Brilon
www.prangedaecher.de
Schiefer: Rathscheck Schiefer, Universal-Deckung 30 x 30 cm,
www.rathscheck.de