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Gewobau erzeugt Solarstrom

Das Verwaltungsgebäude der Gewobau Essen war ursprünglich als Mehrfamilienhaus errichtet worden.
Das Verwaltungsgebäude der Gewobau Essen war ursprünglich als Mehrfamilienhaus errichtet worden.
Die Aufstockung ihres Verwaltungsgebäudes hat die Gewobau Essen mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert. Sie entschied sich für ein dachintegriertes Solarsystem.
Die Aufstockung ihres Verwaltungsgebäudes hat die Gewobau Essen mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert. Sie entschied sich für ein dachintegriertes Solarsystem.

Die Aufstockung ihres Verwaltungsgebäudes hat die Gewobau Wohnungsgenossenschaft Essen eG dazu genutzt, auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Die Module sind in die neue Dachabdeckung aus Titanzink integriert.

Mitten im Herzen der nordrhein-westfälischen Stadt Essen hat die Gewobau ihren Hauptsitz. Die Verwaltung der 1906 gegründeten Wohnungsgenossenschaft Essen eG ist in einem viergeschossigen Gebäude untergebracht, das ursprünglich als Mehrfamilienhaus errichtet worden ist. Bereits bei der Planung jedoch hatten die Architekten andere Nutzungen in Betracht gezogen und die Stützen- und Achsweiten so gewählt, dass das Bauwerk problemlos zu einem Verwaltungsgebäude umgebaut werden kann. Im Zuge der Umnutzung wurden die Etagen schrittweise zu Verwaltungseinheiten umgebaut und der Hauptzugang von der Ribbeckstraße verändert. Die Laubengänge zur Hofseite wurden teilweise überbaut und die Balkone durch bodentiefe Fensteranlagen ersetzt.

Da die Gewobau die vorhandene Nutzfläche für die Betreuung ihrer Mitglieder und die Verwaltung ihrer Wohneinheiten braucht, fehlten in dem Gebäude dringend benötigte Besprechungs- und Tagungsräume. Ein Anbau war wegen der städtebaulichen Situation nicht möglich und auch das vorhandene Dachgeschoss bot nicht genügend Raum. Aus diesem Grund fasste die Gewobau den Entschluss, das Gebäude um ein zusätzliches Geschoss zu ergänzen und gleichzeitig im 3. OG höhere Räume zu schaffen. Mit der Planung wurde das Essener Planungsbüro für Architektur, Innenarchitektur und Design Axel & Ulrike Schulschenk beauftragt. Ihr Entwurf sah ein lichtdurchflutetes Staffelgeschoss aus einer Stahl-Glas-Konstruktion vor, das in der Ribbeckstraße in Höhe der alten Traufhöhe um 0,50 m auskragt.

Ziegel und Titanzink im spannungsvollen Kontrast

Im Rahmen der Umbauarbeiten wurde das vorhandene Satteldach einschließlich der Dachgeschossdecke abgebrochen. Das 3. OG wurde um 0,50 m erhöht und mit einer neuen Stahlbetondecke versehen. Den oberen Abschluss bildet ein langgestrecktes, unsymmetrisches Satteldach, das aus konstruktiven und nutzungsbedingten Gründen mit einem beidseitigen Höhenversatz von 0,50 m ausgeführt wurde. So entstand ein mittleres, ca. 28 m langes Satteldach, an das zu beiden Seiten Pultdächer anschließen. Auf diesen flach geneigten Flächen sind großformatige Dachfenster angeordnet, die den Innenraum zusätzlich mit Tageslicht versorgen.

Um die Umnutzung des Mehrfamilienhauses zum Verwaltungsgebäude sichtbar zu machen, suchten die Architekten für den vorderen Abschluss der Auskragung und für die Attika des neuen Staffelgeschosses nach einem Material, das einerseits einen spannungsvollen Kontrast zur vorhandenen Ziegelfassade bildet und andererseits auf die sachliche Nutzung hinweist. Auch die Dachdeckung sollte sich in das Gestaltungskonzept einfügen. Hier war bei der Auswahl weiterhin darauf zu achten, dass die Dachflächen des neuen Staffelgeschosses nur eine Dachneigung von 6,0 Grad aufweisen. Aus diesen Gründen entschied sich das Planungsbüro für Titanzink und ließ das Dach als unbelüftete, voll wärmegedämmte Konstruktion entsprechend dem Stand der Technik als Doppelstehfalz ausführen. Zum Einsatz kam das Titanzink der Rheinzink GmbH & Co. KG, Datteln. Dieser zu 100 % recycelbare Baustoff weist eine außergewöhnliche Langlebigkeit auf und bedarf dabei keinerlei Wartung. Für die Langlebigkeit ist die Patina verantwortlich, die sich mit ihrer blaugrauen Oberflächenwirkung durch die natürliche Bewitterung entwickelt. Bei der Patina handelt es sich um eine Zinkkarbonatschicht, die sich durch das Regenwasser und das Kohlendioxid der Luft bildet und den Werkstoff vor Korrosion schützt. Aus diesem Grund bedarf eine Zinkoberfläche ihr Leben lang keinerlei Wartung. Sollte die Oberfläche einmal beschädigt werden, tritt durch die erneute Bildung der Patina der „Selbstheilungseffekt“ ein. Für Anwendungen wie in Essen, bei denen von Beginn an das „fertige“ Bild der patinierten Zinkoberfläche gewünscht wird, entwickelte Rheinzink die Technik der Vorbewitterung mittels eines weltweit einmaligen Beizverfahrens. Farbe,Struktur und Eigenschaften der Oberflächenqualität RHEINZINK® „vorbewittert pro“ gleichen der einer natürlich bewitterten Oberfläche - einschließlich des Selbstheilungseffektes.

Hoher Energieertrag selbst bei diffusen Lichtverhältnissen

Da die Gewobau dem Einsatz von regenerativen Energien positiv gegenübersteht, entschloss sie sich, die Aufstockung ihres Verwaltungsgebäudes mit einer Photovoltaik-Anlage zu kombinieren und entschied sich für das dachintegrierte Solarsystem von Rheinzink. Bei diesem System werden die Uni-Solar®-Module werkseitig direkt auf die Scharen der Titanzink-Bedachung geklebt und sind somit ohne zusätzliche Befestigung direkt in der Ebene der metallischen Dachhaut fixiert. Die langzeitsichere Verbindung der Solarmodule ist vom TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg in Klimatests untersucht und bestätigt worden. Das Solar-Photovoltaik-Stehfalzsystem eignet sich zum Einbau für Dächer ab 7° Dachneigung und kann mit entsprechenden Zusatzmaßnahmen sogar bei einer Dachneigung von nur 3° eingesetzt werden. Es zeichnet sich durch die modernen Triple Junction-Solarzellen, die auf Dünnschicht-Siliziumelementen basieren, selbst bei diffusen Lichtverhältnissen und geringer Sonneneinstrahlung durch hohen Energieertrag aus. Für die Installation der Solarmodule stand auf dem Satteldach der Gewobau eine Fläche von etwa 85 m² zur Verfügung, die mit 64 Photovoltaik-Modulen mit einer Nennleistung von jeweils 64 Wpeak pro Schar bestückt wurde. Unter Berücksichtigung von Standort, Lage zur Himmelsrichtung, Dachneigung und Modul-Leistung ergibt sich daraus eine jährliche Stromerzeugung von 3300 kWh. Der Einbau der Photovoltaik-Anlage ist im Eingangsbereich sichtbar, denn auf einem hier installierten Display können sie jederzeit den aktuellen Ertrag und den bisherigen Energiegewinn ablesen.

Zusammen mit der spannungsvollen Gestaltung ihrer Hauptverwaltung zeigt die Gewobau damit ihren Mitgliedern und Mitarbeitern, dass die sie sich auch mit fast 100 Jahren umweltbewusst und voller Energie ihren Aufgaben zukunftsorientiert widmet.

Daten

Bauherr:
GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG, Essen

Umbauplanung, Innenarchitektur:
Axel Schulschenk, Architektur Innen, Essen

Projektleitung: Dirk Heese